US-Visum bei Unternehmensgründung

Silicon Valley Vertreter fordern eine Gesetzesänderung, die es ausländischen Hightech-Gründern erlaubt, schneller in den USA Fuss zu fassen. Der Guardian berichtet, dass eine entsprechende Kampagne lanciert wurde, die von Silicon Valley Unternehmern und VC’s unterstützt wird. Die Idee: wer gründet, bekommt ein Visum. Sollte diese Idee vom Kongress umgesetzt werden, würde eine bedeutende Barriere für Gründer fallen, denn bisher gilt die Regel, dass Gründer 500′000 USD investieren müssen. Die USA bieten wie kein anderes Land optimale Gründungsbedingungen für Ausländer: 1/4  der amerikanischen Technologieunternehmen wurden von Immigranten gegründet, im Silicon Valley liegt der Anteil bei 50%.

Innovationsstärke durch die Alten

Das die Innovationsfähigkeit in Deutschland sinkt, ”liegt vor allem an den nicht ausreichenden Qualifikationen der Mitarbeiter“, sagt der DEKRA Chef Dr. h.c. Klaus Schmidt zu den Ergebnisse des DEKRA Innovationsbarometers 2009.

  • 80% der befragten Unternehmen sehen als größtes Hemmnis für Innovationen den Mangel an ausreichend qualifiziertem Personal.
  • Erst danach folgen die Vermarktung von Innovationen (70%), Widerstände bei organisatorischen Veränderungen (69%) und finanzielle Schwierigkeiten (54%) als wichtigste Innovationsbremsen.

„Zukünftig wird es für Unternehmen entscheidend sein, sowohl qualifiziertes Personal zu gewinnen als auch in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren. Nur so kann die Kompetenzlücke verkleinert werden“, führt Klaus Schmidt weiter aus.

Mitarbeiter haben den größten Einfluss auf den Innovationserfolg, denn in drei von vier Unternehmen sind die Mitarbeiter neben den Kunden die wichtigsten Quellen für Innovationen. „Wenn Mitarbeiter immer nur ihren Routinen folgen, sinkt ihre Fähigkeit, Neues aufzunehmen und anzuwenden, und damit Innovationen hervorzubringen“, erläutert Prof. Dr. Ronald Gleich, der den Lehrstuhl für Industrielles Management an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel inne hat. Umso wichtiger ist es, diese Routinen aufzubrechen.

  • Doch nur 47% der Unternehmen lösen die Trennung zwischen Lernen und Arbeiten auf. Gelingt es, ist ihr Innovationserfolg im Mittel um 15% höher.
  • Schulen zusätzlich Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig für neue Aufgabengebiete, lassen sie also über den Tellerrand ihrer eigentlichen Tätigkeiten blicken, ist der Innovationserfolg sogar um 36% höher.

Erfolgreiche Unternehmen schaffen Rahmenbedingungen und Umgebungen, die zum Lernen anregen. „Dazu gehört auch ein reger Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern, besonders im personalintensiven Servicesektor“, so Klaus Schmidt.

  • Unternehmen ohne Wissensaustausch bringen durchschnittlich noch nicht einmal eine von zehn Ideen erfolgreich auf dem Markt. Tauschen sich dagegen Alt und Jung regelmäßig während der täglichen Arbeit aus, sind es immerhin zwei von zehn Ideen.
  • Gibt es nun im Unternehmen mehr ältere Mitarbeiter (≥50 Jahre) als junge Mitarbeiter (≤35 Jahre), dann bringt das Unternehmen im Mittel drei von zehn Ideen als Innovationen auf den Markt.

‚Oldies but Goldies’? „Bei Serviceinnovationen trifft dies zu“, bestätigt Prof. Dr. Ronald Gleich. „Und genau dies charakterisiert eines der deutschen Probleme. Wir binden zu wenig die älteren Arbeitnehmer und ihre Erfahrungen aktiv in das Innovationsgeschehen ein.“
Älteren Arbeitnehmer können auf einen hohen Wissens- und Erfahrungsschatz zurückgreifen, doch die deutschen Serviceunternehmen nutzen dieses Kapital zu wenig.

  • Nur 38% der befragten Unternehmen stellen gezielt Mitarbeiter wegen ihrer langjährigen Erfahrungen ein. Dabei könnten Unternehmen gerade von älteren Mitarbeitern profitieren. Je innovationsstärker das Unternehmen ist, desto mehr und qualitativ höherwertige Ideen bringen die älteren Mitarbeiter im Mittel ein. Doch die Führungskräfte innovativer Dienstleistungsunternehmen sehen dies anders.
  • Für über 70% der Manager innovationsstarker Unternehmen haben die Ideen der älteren Mitarbeiter für Innovationen nur eine geringe Bedeutung.

Verkennen die Manager das Potenzial, das in den älteren Mitarbeitern liegt? „Zum Teil. Es kommt auf das Unternehmensumfeld und die Rahmenbedingungen an – also, ob sie ein Wechselspiel von Arbeiten und Lernen ermöglichen“, unterstreicht Ronald Gleich. „Und hierzu zählt auch die betriebliche Weiterbildung.“

  • 33% der befragten Unternehmen fördern lebenslanges Lernen. Und gerade einmal jedes fünfte Unternehmen verfügt über spezielle Weiterbildungsangebote für ältere Mitarbeiter.

„Wenn Unternehmen von dem Erfahrungswissen ihrer älteren Mitarbeiter profitieren wollen, dann sind spezielle Weiterbildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen entscheidend“, erläutert Dr. h.c. Klaus Schmidt. „Ältere Mitarbeiter haben andere Weiterbildungsbedürfnisse als jüngere Arbeitnehmer.“ Dabei lässt sich Weiterbildung nicht durch einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch im Unternehmen ersetzen. Der Mix macht es.

  • Der Innovationserfolg ist doppelt so hoch, wenn es im Unternehmen einen regen Wissensaustausch und spezifische Weiterbildung bis ins hohe Alter gibt.
  • „Die Routinefalle bei älteren Mitarbeitern wird so vermieden“, sagt Prof. Dr. Ronald Gleich. Die älteren Mitarbeiter werden im Vergleich zu den jüngeren Mitarbeitern um 22% weniger als unflexibel und kaum lernwillig wahrgenommen.

Nur knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen hat in den letzten drei Jahren in zielgruppenbezogene Weiterbildungsprogramme investiert. „Weiterbildung wird oftmals nicht als Zukunftsinvestition für Innovationen, sondern als Kostenfaktor gesehen“, ergänzt Klaus Schmidt.

  • Gerade Unternehmen mit einem hohen Anteil an älteren Mitarbeitern investieren kaum in Weiterbildung (im Mittel weniger als die Hälfte eines Unternehmens mit einer jüngeren Belegschaft, 546 Euro zu 1242 Euro pro Mitarbeiter und Jahr).
  • Nur die innovationsstarken Unternehmen mit einem hohen Anteil an älteren Mitarbeitern folgen nicht dem Trend. Sie geben für Weiterbildung mehr als dreimal so viel aus wie andere Unternehmen mit einem vergleichbar hohen Altersdurchschnitt. Damit sind ihre Aufwendungen für Weiterbildung im Mittel genauso hoch wie bei den Unternehmen mit einer jüngeren Belegschaft. Diese Investitionen in Weiterbildung werden jedoch mit einem um 70% höheren Innovationserfolg belohnt. So erreichen die Unternehmen mit einer älteren Belegschaft den gleichen Innovationserfolg wie innovationsstarke Unternehmen mit mehr jüngeren Mitarbeitern.

„Die Kompetenzlücke wird in Deutschland weiterhin offen bleiben, wenn wir nicht stärker ältere Arbeitnehmer in den Lern- und Innovationsprozesse einbinden“, fordert Dr. h.c. Klaus Schmidt. „Anderenfalls wird sich spätestens mit wieder anziehender Konjunktur der Fachkräftemangel verschärfen.“ Der Innovationserfolg der deutschen Serviceindustrie wäre so gefährdet. „Gerade bei Unternehmen mit einem hohen Altersdurchschnitt haben wir zu viele ‚scheue Innovatoren’“, sagt Prof. Dr. Ronald Gleich. Jedes zweite der befragten Unternehmen mit einem höheren Anteil an älteren Mitarbeitern fällt in diese Gruppe. Bei den Unternehmen mit jüngerer Belegschaft ist hingegen nur jedes vierte Unternehmen ein ‚scheuer Innovator’.

Scheuen Innovatoren fehlt es an Neugier, Kreativität und vor allem Mut, Risiko für Innovationen zu übernehmen.

  • Impulse für Innovationen kommen hier zu über 70% aus der Unternehmensführung und dem mittleren Management.
  • Die Weiterbildungsausgaben bewegen sich vergleichsweise mit etwas über 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr auf dem niedrigsten Niveau.
  • Ein reger Erfahrungsaustausch zwischen Alt und Jung wird nur bei knapp der Hälfte der scheuen Innovatoren gelebt. Deswegen erzielen 63% der scheuen Innovatoren einen unterdurchschnittlichen Innovationserfolg, nur 6% der scheuen Innovatoren sind überhaupt innovationsstark.

„Wenn Deutschland weiterhin innovativ bei Dienstleistungen bleiben möchte, dann gilt es, die Anzahl an scheuen Innovatoren zu reduzieren“, betont Dr. h.c. Klaus Schmidt. „Keinesfalls darf die Anzahl scheuer Innovatoren weiter wachsen, wenn die Belegschaften immer älter werden.“ Unternehmen brauchen Arbeitsumgebungen und Mechanismen zum Wissensaustausch und Lernen, um Quellen für Innovationen überall finden zu können. Dies bedeutet Weiterbildung bis ins hohe Alter, die Förderung des Erfahrungsaustausches zwischen Alt und Jung und die stärkere Einbindung älterer Arbeitnehmer in die Arbeitswelt. In Kombination mit einem strukturierten betrieblichen Innovationsmanagement kann dies zwar keine Innovationen garantieren, Innovationen aber wahrscheinlicher machen.

Das Innovationsbarometer wird von der DEKRA und der European Business School International University (EBS) erstellt.
Im Rahmen der jährlich durchgeführten Studie werden über 2.500 Unternehmen mit Dienstleistungsangeboten aus der produzierenden Industrie und dem Dienstleistungssektor befragt.

Quelle: European Business School International University

Innovations-Prognosen und –Spekulationen 2010

Das Jahresende ist für viele die Zeit des Rückblicks. Es werden grosse, kleine, epochale oder historische Ereignisse nochmals dargestellt. Ich würde an dieser Stelle gerne in die Zukunft schauen und fragen: Welche Innovationen erwarten Sie im neuen Jahr bzw. Jahrzehnt? Anders gefragt: Welche Probleme werden mittels Innovationen im 2010 und den darauf folgenden Jahren gelöst? Teilen Sie uns Ihre Innovations-Prognosen und –Spekulationen mit.

Open Innovation in Global Networks

To match the global demand and supply of innovation, businesses increasingly internationalise their innovation activities while opening their innovation process by collaborating with external partners (e.g., suppliers, customers, universities). The OECD Publication “Open Innovation in Global Networks” examines what drives these global innovation networks across different industries, how they are related to companies’ overall strategies, whether they are accessible for small and medium-sized enterprises (SMEs) and what the consequences are (see www.oecdbookshop.org/oecd/).

Innovationsresistenz

Die Wichtigkeit von Innovationen ist weitgehend bekannt. Dennoch gibt es immer wieder innovationsresistente Manager und Unternehmen. Gibt es bekannte Beispiele von Innovationsresistenz?

Mich interessieren konkrete Fälle von Unternehmen, die beispielsweise mehr Visionen, Leitbilder und Strategien als Innovationen hervorbringen. Oder Unternehmen, die ausschliesslich vom Kopieren von Ideen, Businessmodellen, Dienstleistungen oder Produkten leben und dabei jegliche Innovation vermeiden. Gibt es neben den „lemons“ unter den Managern auch bekennende innovationsresistente Manager?

Jegliche Hinweise auf „Innovationsresistenz“ sind willkommen. 15.12.09/ar