60 Unternehmen vernetzen sich um Innovationen im Fahrzeugbau zu beschleunigen

Über 60 Deutsche Unternehmen aus dem Fahrzeugbau (Automobilherstellern, Ausrüstern und Zulieferernau) haben sich für eine Innovationsallianz zusammen geschlossen.

Die Initiative “Green Carbody Technologies” will neue Technologien, Verfahrensabläufe und Werkzeuge für die Karosseriefertigung erarbeiten und einführen, um bis zu 50 % Energie im Produktionsprozess einzusparen. Denn 20 % der Energie, die ein Fahrzeug während des Lebenszyklus verursacht, entfällt auf die Herstellung.

Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Hans-Jörg Bullinger, erklärter dazu in einer Mitteilung: “Der wichtigste Hebel zur Erhöhung des Innovationstempos liegt in der Vernetzung. Wie sehr Vernetzung mit der Steigerung von Innovationen zusammenhängt und zu höheren Wachstumsraten führt, haben wir in mehreren Untersuchungen nachgewiesen. Die Auswertung der Daten von mehr als 1600 Unternehmen in Europa ergab: Die am schnellsten und profitabelsten wachsenden Unternehmen binden Partner über den gesamten Innovationsprozess hinweg eng ein.” An der Initiative beteiligen sich verschiedene Fraunhofer-Institute.

Für die Projekte der Innovationsallianz ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. Das Forschungsvolumen der beteiligten Unternehmen beträgt insgesamt ca. 100 Mio Euro. Davon werden 30 Mio in gemeinsame Verbundprojekte investiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Initiative mit 15 Mio Euro.

Auch ein Hilfswerk barucht ein Geschäftsplan

NZZ Campus berichtet kürzlich über Aiducation, ein Hilfeswerk, welches talentierten, mittellosen Schülern in Kenya den Zugang zum Gymnasium  ermöglichen.

Neben der “guten Sache” braucht aber auch ein Hilfswerk ein Geschäftsplan. Die Initianten berichten in einem NZZ Campus Podcast über ihre Erlebnisse und Erfahrungen beim Geschäftsaufbau.

Die Deutschen versagen bei bahnbrechenden Innovationen…

… schreibt Wolfgang Münchau in siner FTD-Kolumne “Die Angstblockierten“.

Vor Kurzem sagte mir ein ehemaliger Topmanager eines großen deutschen Industrieunternehmens, man spreche heute nur noch über die Krise, keiner rede mehr über Innovation. Und dabei ist es die Innovation, die für die wirtschaftliche Zukunft des Landes so wichtig ist. Recht hat er. Nur leider sind die Implikationen dieser Entwicklung für Deutschland genau so alarmierend wie die der Krise selbst.

Es gibt zwei Arten von Innovationen: zumeist marginale Verbesserungen von etwas Bestehendem oder das, was Ökonomen kreative Zerstörung nennen. Deutschland war immer gut auf dem ersten Gebiet, nicht immer gut auf dem zweiten. Und der Trend geht vom ersten weg.

Nehmen Sie als Beispiel die Autoindustrie, an deren Überleben die Politiker sich wie Affen klammern. Die Erfindung des Autos durch Gottlieb Daimler war eine der großen Innovationen der Menschheit. Das Gleiche galt für die Massenproduktion des Autos durch Henry Ford. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden Autos komfortabler, vielseitiger, schneller, sparsamer und sicherer. Auf all diesen Gebieten gab es bahnbrechende und lukrative Innovationen. Deren Grenznutzen nahm allerdings ab.
Das lässt sich beispielhaft an Entwicklungen in der Fahrzeugsicherheit veranschaulichen. Dort war die wichtigste Neuerung der Sicherheitsgurt, der vom deutschen Patentamt als eine der nützlichsten Erfindungen für die Menschheit überhaupt eingestuft wurde. Die Einführung des Airbags war ebenfalls ein Meilenstein für die Sicherheit im Auto. Relativ war der Effekt des Airbags aber schon nicht mehr ganz so stark wie der beim Sicherheitsgurt. Die Verstärkung der Rahmen hat die Sicherheit vieler Fahrzeuge erhöht, ebenso die Platzierung von Airbags an verschiedenen Positionen des Autos sowie bessere und standardisierte Sicherungen für Kindersitze - im Vergleich zu den Entwicklungen der Vergangenheit waren diese Fortschritte aber nicht mehr so wichtig wie die Entwicklungen vergangener Zeiten.

Im Bereich der Sicherheit war vor zehn Jahren der Abstand zwischen einer deutschen Nobelkarosse und einem ausländischen Modell sehr groß. Selbst wenn man unterstellt, dass die deutschen Automobilbauer ihrer Konkurrenz auch heute noch um, sagen wir, fünf Jahre voraus sind, ist der absolute Abstand viel geringer geworden. Xeon-Kurvenlicht mag für Nachtfahrer auf Landstraßen hilfreich sein, ein Infrarotbildschirm fällt schon eher in die Kategorie der Innovationen mit zweifelhaftem Vorteil. Für mich persönlich war die große Neuerung der letzten 20 Jahre der Kaffeehalter. Ich gehe nicht davon aus, dass die Autos in den nächsten zehn Jahren noch sicherer werden, sondern vielleicht etwas sparsamer. Aber wahre Innovation findet in diesem Sektor nicht mehr statt.

Die Automobilindustrie ist ausgelutscht. Das Auto ist ein reifes Produkt. Es gibt natürlich Unterschiede, die in Automobil-Testberichten hochgejubelt werden. Was die Sicherheit angeht, schneiden moderne französische Autos in den Sicherheitstests zum Teil besser ab als ihre deutschen Wettbewerber. Auch die Koreaner bauen mittlerweile gute und sichere Autos, auch wenn das in Deutschland niemand so recht wahrhaben will. Die Wahrheit ist, dass sich die Autos heute alle sehr ähnlich sind.

Wenn wir in Zukunft innovativ sein wollen, dann müssen wir mit etwas anderem kommen als mit Kurvenlicht. Und hier sind wir bei Joseph Schumpeter, dem Ökonomen, der das Konzept der kreativen Zerstörung entwickelt hat.

Schumpeter hätte Opel mit Sicherheit fallen gelassen, die goldene Aktie an VW verscherbelt und die Diskussion auf die Zukunftstechnologien gelenkt. Bei der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien war Deutschland nicht in der Spitzenliga, Ausnahmen gibt es nur wenige. Bei der Biotechnologie ist das genauso. Deutschland ist besser, was die Energietechnik angeht, aber es ist bei Weitem nicht klar, ob die vor allem politisch motivierte Fokussierung auf die Technologie für erneuerbare Energien sich auszahlen wird.
Es gibt kein objektives Maß für Innovationskraft. Die Anzahl der zugelassenen Patente ist nicht wirklich ein Ausdruck von Erfindungsreichtum, sondern eher ein Maß für die Anzahl von Kurvenlicht-Bastlern.

Für mich ist die Anzahl der Firmenneugründungen eine bessere, wenn auch immer noch nicht perfekte Metrik der Innovationskraft, denn der technologische Fortschritt wird zu einem großen Teil von neuen kleinen Unternehmen getragen. Hier liegt Deutschland laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf dem vorletzten Platz auf einer Liste von 18 Industrienationen. Nur Belgien hat proportional weniger Existenzgründer. Und ganz vorn liegen die USA. Als Grund für die deutsche Firmenneugründungsrezession wurde die Angst genannt, mit dem Unternehmen zu scheitern. Wer wirklich innovativ ist, der redet nicht so.

Diese Ergebnisse sind konsistent mit meiner eigenen Beobachtung, dass Deutschland immer risikoaverser wird. Statt auf Wachstum setzt man auf Konsolidierung. Statt auf Konsum setzt man auf Sparen. Und statt auf Innovationen setzt man auf den Erhalt von irgendwelchen Kaufhäusern aus dem letzten Jahrtausend. Aus dem gleichen Grunde tut sich Deutschlands Elite auch schwer damit, vom Exportmodell Abschied zu nehmen und über neue Wachstumsmodelle nachzudenken. Dazu bedürfte es innovativen Denkens.

Und genau hier ist die Verbindung zwischen fehlender Innovation und Wirtschaftskrise. Eine innovative und dynamische Wirtschaft würde nach diesem Abschwung relativ schnell wieder auf die Beine kommen. Nicht aber ein Land, dessen Politiker sich mehr für den Erhalt von Überkapazitäten interessieren als für das Schaffen von Neuem. Und nicht ein Land, in dem Menschen aus Angst vor dem Scheitern die Pseudosicherheit eines Arbeitsplatzes bei Opel höher einschätzen als die Aussicht auf den Erfolg einer bahnbrechenden Idee.

Quelle: Aus der Financial Times Deutschland vom 24.06.2009

Innovations- und Berufsförderung in einem, und lokal

Der Europäische Sozialfonds unterstütz mit dem Programm “STÄRKEN vor Ort” kleine Initiativen und Organisationen mit Mikrozuschüsse in Höhe von bis zu 10.000,- Euro zur Verbesserung der Integration von jungen Menschen mit schlechteren Startchancen und von Frauen mit Problemen beim Einstieg und Wiedereinstieg in das Erwerbsleben.

Der norddeutsche Landkreis Parchim verbindet die Integrationsförderung mit Innovationsförderung, indem die Zuschüsse bevorzugt an (1)weniger erfahrene Projektträger vergeben werden, die mit (2) innovativen Aktionen Jugendlichen den Berufseinstieg  erleichtern, berichtete kürzlich die Schweriner Volkszeitung.

Bist Du ein Social Entrepreneur?

Wenn Du “Eine Mischung aus Mutter Teresa und Bill Gates” bist, dann bist Du ein Social Entrepreneur. Die Schwab Stiftung für Social Entrepreneurship und die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group suchen Dich für den Wettbewreb  “Social Entrepreneur des Jahres“.

Bewerbungen können für Deutschland bis zum 17.07.09 & für die Schweiz bis zum 30.06.09 erfolgen.

Social Entrepreneurs bieten soziale Leistungsangebote an. Um nicht ausschliesslich von Spenden oder Zuschüssen abhängig zu sein, und gehen sie dabei unternehmerisch vor und